Beitrag 19

Praxisnahe Ausbildung von Instandhaltungsingenieuren

Dr.-Ing. Ulrich Regel
Berufsakademie Sachsen, Staatliche Studienakademie Leipzig


Einleitung

Das Modell Berufsakademie (BA), zuerst eingeführt in Baden-Würtemberg im Jahr 1974, bewährt sich seit einer Reihe von Jahren als duales Studium auch in Sachsen. Die Berufsakademie Sachsen bildet gemeinsam mit den Unternehmen als Alternative zum "klassischen" Hochschulstudium Diplombetriebswirte (BA), Diplomingenieure (BA) und Diplomsozialpädagogen (BA) insbesondere als Fach- und Führungskräfte aus. Diese Studienform findet sowohl bei unseren Partnern in den Unternehmen als auch bei den Studieninteressenten außerordentliches Interesse.
Unsere Absolventen sind unmittelbar nach dem Studium berufsfähig und werden in der überwiegenden Zahl von ihren Ausbildungsunternehmen übernommen.

Studienbereich "Technik"

Diese positive Bilanz der Arbeit der Berufsakademie Sachsen und der Staatlichen Studienakademie Leipzig führte im Jahr 1999 dazu, die Palette der Studienangebote im Studienbereich "Technik" um die Studienrichtung "Instandhaltung/Servicemanagement" zu erweitern.
Die Studienrichtung "Instandhaltung/Servicemanagement" bildet Diplomingenieure (BA) für die komplexen Prozesse der Instandhaltung von technischen Anlagen und Gebäuden aus und erweitert die Dienstleistungsorientierung unserer Studienangebote auf ingenieurwissenschaftlichem Gebiet.

Studienrichtung "Instandhaltung/Servicemanagement"

Sie ist für eine Ausbildung im dualen Studiensystem der Berufsakademie gemeinsam mit den Unternehmen der Praxis prädestiniert und schließt eine Lücke in der ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung an deutschen Hochschuleinrichtungen, da ein vergleichbarer Studiengang z. Z. nach unserem Kenntnisstand nicht existiert.
Gegenstand und Inhalt der Ausbildung in der Studienrichtung "Instandhaltung/Servicemanagement" sind über die Grundlagenkenntnisse eines Ingenieurs hinaus alle wesentlichen Prozesse der Instandhaltung, insbesondere Instandhaltungsmethoden und -strategien zur Planung, Vorbereitung und Durchführung von Instandhaltungsmaßnahmen. Eine besondere Spezifik der Studienrichtung ist ihre deutliche Ausrichtung auf die Schnittstelle zwischen technischen und (betriebs-) wirtschaftlichen Aspekten der Instandhaltung.
Unverzichtbarer Bestandteil des Studiums sind die anwendungsorientierte Beherrschung der Informationsverarbeitungstechnik sowie von technischen und betriebswirtschaftlich - rechentechnischen Instrumenten.
Die Instandhaltungsprozesse sind ein Bereich technischer Leistungen, die als interne - und in zunehmendem Maße als externe - Dienstleistungen zu betrachten und praktisch umzusetzen. Die Studenten der Studienrichtung sollen Kompetenzen erwerben, die einen Dienstleister auszeichnen. In der Bezeichnung "Servicemanagement" kommt diese Ausrichtung der Studieninhalte zum Ausdruck.
Service und Kundendienst verlangen über die technischen Kenntnisse hinaus kundenbezogenes Denken, organisatorische Fähigkeiten und Kenntnisse zur Projektarbeit.
Die Organisation und Führung der Gruppenarbeit sowie die Beherrschung des Qualitätsmanagements sind Voraussetzungen für die eigenverantwortliche Leitung von Technikerteams.